Lohnt sich ein professionelles Ladegerät?

Umso mehr Modelle und Akkus man besitzt, desto mehr muss man sich auch um das Laden kümmern.

Während viele Fertigmodelle mit einem typischen Steckernetzteil mit einfachster Ladesteuerung ausgeliefert werden, will der Fortgeschrittene und der Enthusiast genauestens über seine Akkus Bescheid wissen und das Maximale rausholen.

Erfahren Sie im Folgenden über die wichtigsten Vor- und Nachteile von einem Profi-Ladegerät im Vergleich zu den Standard-Netzteilen.

Vorteile von professionellen Ladegeräten

Das Beste an modernen prozessorgesteuerten Ladegeräten ist, dass sie den Ladevorgang an sich präzise überwachen und somit ein sicheres Abschalten gewährleisten können. Letztendlich tragen sie damit zur Werterhaltung und Langlebigkeit des Akkus bei. Bei vielen Modellen, ist es möglich, neben der Ladeautomatik, maximale Ladezeiten und Ladeenergiemengen zu definieren, bei denen der Ladevorgang spätestens abgebrochen wird. Weiß man zum Beispiel, dass kein Akku im Besitz mehr als 3000 mAh Kapazität hat, ist es sinnvoll eine maximale Energiemenge für das Laden auf zum Beispiel 3500 mAh zu setzten.

Praktisch ist bei den hochwertigen Ladegeräten auch, dass sie oft als 12 Volt Version zur Verfügung stehen. Dadurch können sie bequem unterwegs an der Autobatterie angeschlossen werden. Dann kann man quasi überall wo das Auto hinkommt, mit seinem ferngesteuerten Auto das Gelände unsicher machen und vor Ort direkt wieder aufladen.

Sollen diese Ladegeräte aber auch zu Hause betrieben werden, ist ein gesondertes Hochleistungs-Netzteil notwendig. Manchmal bieten Hersteller der gleichen Marke entsprechende Netzteile an, die zu ihren 12 Volt Ladegeräten passen.

Da der Lade- und Entladevorgang genau überwacht werden kann, können viele Geräte die hinzugeführte bzw. entnommene Energie anzeigen. Daraus lässt sich auf die Kapazität und den Zustand eines Akkupacks schließen. Besonders interessant ist natürlich die allererste Ladung sowie der Verlauf der Kapazität nach 100 oder gar 200 Zyklen.

Mehrere verschiedene Akkutypen können von modernen Ladegeräten gleichzeitig geladen werden. Die gängigen Arten sind Li-Po, Li-Ion, NiMH, NiCd, Blei und Li-Fe. Wie bei computergestützten Fernsteuerungen, können viele Ladegeräte auch für jeden Akku in der Sammlung in einem Speicherplatz vordefinierte Einstellungen sichern. Man braucht dann nur noch zwischen den gespeicherten Akku hin- und herschalten, was das Management von einer „Akku-Flotte“ wesentlich erleichtert. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass aktuelle Ladetrends wie „Balancing“ unterstützt werden.

Besonders praktisch sind auch gängige Zusatzprogramme neben dem klassischen Entladen und Laden. Dazu gehören das Durchlaufen mehrerer Zyklen (Laden – Entladen) hintereinander, um einen geschwächten oder leicht geschädigten Akku aufzupeppen. Auch beim Einwintern und der Lagerung können „Storage“-Programme nützlich sein, die – je nach Typ – den Akku auf diejenige optimale Lademenge laden oder entladen, die zu einem optimalen Lagerzustand beiträgt.

Gibt es Nachteile von computergesteuerten Ladegeräten?

Der offensichtlichste Nachteil von prozessorgesteuerten Ladegeräten ist natürlich ihr Preis. Leistungsfähige Geräte sind aber auch unter 100 Euro bereits zu erwerben.

Durch den breiten Funktionsumfang ist leider auch mit etwas Einarbeitungszeit zu rechnen. Auf Dauer ist aber mit einer Zeitersparnis zu rechnen, vor allem wenn man viele Akkus im Besitz hat.

Das Laden selbst ist aber oft nicht „besser“ als wie bei den Standard-Steckernetzteilen, außer natürlich was die Abschalteautomatik betrifft, haben die geregelten Ladegeräte die Nase vorn. Wer jedoch nur ein paar Akkus zu Laden hat und gerne manuell den Ladevorgang kontrolliert, kann auch mit den Standard-Geräten weit kommen.

Fazit

Prozessorgesteuerte Ladegeräte lohnen sich trotz Investitionskosten und Einarbeitungszeit für alle, die mehrere Akkus zu Laden haben. Man erfährt über den Zustand der Akkus und kann die Lebensdauer mit Programmen wie „Einlagerung“ verlängern. Eine Abschalteautomatik und Ladeüberwachung des Akkus haben die meisten Modelle integriert.

Sind nur ein paar Akku-Packs zu laden, kann man auch mit den simplen Steckernetzteilen das Wesentliche erledigen, muss aber gegebenenfalls selbst darauf achten, dass es nicht zu einer Überladung kommt.